Bröckeweibchen

Auf der anderen (Beueler) Rheinseite, dort wo das Brückenmännchen sein Hinterteil hinstreckt, befand sich bis Ende des zweiten Weltkriegs sein Gegenstück: das Brückenweibchen. Sie mokiert sich, drohend einen Pantoffel in der rechten Hand schwingend, über ihr provokatives Gegenüber. Die Dame wurde 1898 von einem Bildhauer namens Brasche gefertigt und hing bis zur Zerstörung der Rheinbrücke 1945 am rechten Strompfeiler der Überführung.

Anschließend verschwindet das Brückenweibchen aus den geschichtlichen Dokumenten. Es wird angenommen, dass es zusammen mit dem Brückenmännchen von dem Beueler Gastwirt Otto geborgen und zum Schutz vor Souvenirjägern vergraben wurde. Historische Belege hierfür gibt es allerdings nicht.

Erst 1949 wird das Brückenweibchen wieder historisch erwähnt. In diesem Jahr feierte das Alte Beueler Damenkomitee sein 125-jähriges Jubiläum. Um hierfür ein Denkmal zu schaffen, stellten die Damen das Brückenweibchen auf einem Sockel an das Rheinufer. Vollendet wurde das Denkmal mit folgender Unterschrift:

„De Welt es e Laake, dat selvs de Beueler net wäsche könne.“

Als auf der Beueler Rheinseite die Umbauarbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzes im Jahr 2006 begannen, entschied man sich, das Brückenweibchen in die neue Schutzmauer zu integrieren. Hierfür wurde die Dame vom Steinmetz Michael Naundorf imprägniert und mit einer von Bildhauerin Sigrid Wenzel hergestellten Bronzetafel mit oben genanntem Spruch versehen.

So schwingt sie auch heute noch den Pantoffel mit grimmiger Miene gen’ Richtung des blankziehenden Brückenmännchens!

Bröckeweibchen