Wagenbauer und Ordensmalerei

Der Höhepunkt einer jeden Session ist der Umzug am Vormittag von Weiberfastnacht. Wenn sich um 9.45 Uhr der Zoch in Bewegung setzt, geht nicht nur der Prinzessin das Herz auf, sondern jetzt zeigt sich das Werk der Herren, die hinter den Kulissen auf diesen Tag hin gearbeitet haben. Zu den unentbehrlichen Helfern der Beueler Weiberfastnacht gehören in jedem Falle die Wagenbauer, Ordensmaler und Schildermaler!

Hans-Jürgen Schenkelberg war am längsten und ohne Unterbrechung dabei gewesen und ging im Jahr 2011 in den wohlverdienten Ruhestand. Er arbeitete von 1970 bis 2010 für die jeweiligen Wäscherprinzessinnen und weiß sich noch gut daran zu erinnern, wer alles in den diesen Jahren bereits an den Wagen, Kulissen, Orden, Schildern und Bühnenbildern mitgearbeitet hat. Er hat sich die Mühe gemacht, zu schildern, wie und mit wem früher „hinter den Kulissen“ gearbeitet wurde:

Angefangen hatte es 1970 mit Ernst Nallinger, Heinz Weber, Josef Becker, Fritz Michalek und Hans-Jürgen Schenkelberg in der alten Stadtgärtnerei in Pützchen, wo das Bühnenbild, die Schilder und die Wagen gebaut und bemalt wurden. Die Wagen mussten noch draußen bei Wind, Regen und manchmal auch bei Schnee und eisigem Wetter hergerichtet und verschönert werden. Und das war nicht immer einfach für uns.

Heinz Weber schied leider 1975 wegen Krankheit aus. Nachdem die Stadtgärtnerei geschlossen wurde, konnten wir noch bis Mitte der 80er Jahre dort arbeiten und setzten dann unsere Arbeiten für Weiberfastnacht in der Wagenhalle der Malteser auf dem Gelände des Stadttheaters in der Siegburger Straße fort.

1980 kam der Kollege Gerd Krall zu uns, mit dem wir sehr viel Spaß hatten, was zur Auflockerung der Arbeit beitrug. Insgesamt aber war es im Laufe der vielen Jahre ein Kommen und Gehen im Arbeitskreis: Ab 1990 kam Leo Hack zu uns in den Arbeitskreis hinein und mit ihm wagten wir uns auch an größere Aufgaben heran: Ein neuer Wagen für die Wäscherprinzessin und für die Bezirksvertretung wurden gebaut.

Mit Leo Hack kam auch Jörg Müller hinzu. Mittlerweile musste Ernst Nallinger aus beruflichen Gründen für vier Jahre aufhören. Ihn ersetzten wieder Heinz Weber, dem es besser ging, und Peter Löhrer für den künstlerischen Bereich der Beueler Weiberfastnacht des Arbeitskreises. Unser treuer Helfer Fritz Michalek musste leider aus Krankheits- und Altersgründen 1995 aufhören. Für ihn kam ab 1996 Arnold Hansmann hinzu. Nach dem Tod von Heinz Weber im Jahre 1996 stieß wieder Ernst Nallinger zum Arbeitskreis, der sich aber leider durch die Krankheit seiner Frau in den kommenden Jahren nur noch einzelne Tage oder stundenweise künstlerisch betätigen konnte.

In den folgenden Jahren wurden sehr viel erneuert: Neue Elferratsbütte, neue Brückenpfeiler für die Kulissen im Brückenforum, neuer Wagen für die Obermöhn – nur um einige zu nennen. Wir konnten im Jahre 2001 in eine neue Halle einziehen, in der auch die Wagen, Orden und Kulissen das ganze Jahr über gelagert werden konnten.

Im Jahre 2003 verstarb unser Kollege Gerd Krall, der eine große Lücke hinterließ. Seit dem Jahr 2001 stand uns zusätzlich die mobile Einsatztruppe mit dem Vorarbeiter Lars Nagel immer zur Verfügung. Deren vielfältige Aufgaben sind heute nicht mehr wegzudenken.

Es sollte auch nicht vergessen werden, dass das Amt für Stadtgrün (Amt 68) mit den Gärtnermeistern Uwe Wind und Walter Maucher jeweils mit ihren Leuten immer dafür sorgten, dass die Vorbereitungsarbeiten für die Weiberfastnacht in Beuel pünktlich und reibungslos fertig wurden. Ich hoffe  für die nächsten 40 Jahre, dass wieder neue Leute gefunden werden können, die mit viel Herzblut und Idealismus an die Arbeiten für die Beueler Weiberfastnacht herangehen.

In diesem Sinne:
Auf die Beueler Weiberfastnacht
Ein dreifaches „Beuel Alaaf!“

Ihr Hans-Jürgen Schenkelberg

 

Hinter den Kulissen

Viele Hände und Köpfe arbeiten oftmals still und unbeachtet für den Fastelovend und sorgen dafür, dass die Tradition fortgeführt wird. Deshalb stellen wir Ihnen hier die Wagenbauer, die Ordensmalerei, die Schneiderin sowie die Fundus-Wartin einmal genauer vor.